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39,6 Millionen Vermögen hat die Gemeinde Niedernberg, und Miltenberg?

Miltenberg Mainbrücke
Miltenberg Mainbrücke

Dieser Wert steht als Eigenkapital im Jahresabschluss der Gemeinde Niedernberg per 31.12.2017.

 

Im Jahr 2017 wurde ein Überschuss von 2,0 Mio erwirtschaftet. der das Vermögen erhöht hat. Den Jahresabschluss können Sie hier abrufen.

 

Der Jahresabschluss und die Bilanz enthalten viele weitere interessante Zahlen. Aber wie sieht es in Miltenberg aus?

 

Eine Bilanz gibt es meines Wissens nicht. Damit hat auch niemand eine Ahnung, wie hoch das Vermögen der Miltenberger ist.

 

Dadurch wird natürlich auch nicht sichtbar, schaffen die Verantwortlichen in Miltenberg Vermögen oder vernichten sie Vermögen? Wird unsere Stadt und damit wir Bürger also reicher oder ärmer? Die Fragen

  • Wie hoch ist das Vermögen der Stadt Miltenberg?
  • Wurde im Jahr 2017 Vermögen geschaffen oder vernichtet?

kann also keiner serios beantworten.

 

Miltenberg wird noch wie ein kleiner Handwerksbetrieb geführt. Wenn Sie eine Firma eröffnen, dürfen Sie einfach nur die Einnahmen und Ausgaben aufzeichnen, und brauchen keine Bilanz. Dies ist bis zu einer gewissen Größenordnung auch ausreichend. Wenn Sie aber mehr als 60.000 EUR verdienen, oder mehr als 600.000 EUR Umsatz machen, kommt vom Finanzamt die rote Karte. Sie müssen umstellen und eine Bilanz erstellen. Ohne aussagefähige Bilanz bekommt heute auch kein Unternehmen mehr einen Kredit.

 

Bei Kommunen ist (leider) alles anders. Viele Bundesländer haben ihre Kommunen per Gesetz zur Umstellung auf ein modernes Rechnungswesen verpflichtet. Bayern bisher nicht. Miltenberg kann also weitermachen wie bisher, außer der Stadtrat beschließt die Umstellung auf ein modernes Rechnungswesen.

 

Angesichts einer mittelfristigen Finanzplanung mit 40 Millionen Schulden, wäre etwas mehr Tansparenz und Betriebswirtschaft aus meiner Sicht wünschenswert.

 

Niedernberg arbeitet nicht nur mit transparenteren Zahlen, es veröffentlicht diese auch noch freiwillig im Internet. Alle Bürger können sich also in Ruhe über die finanzielle Situation ihrer Gemeinde informieren.

 

Vorbildlich und nachahmenswert. Es wäre zu wünschen, dass Miltenberg im ersten Schritt zumindest die vorhandenen Zahlen im Internet veröffentlicht. In einem zweiten Schritt wäre vom Stadtrat zu prüfen, ob nicht die Umstellung auf ein modernes Rechnungswesen sinnvoll wäre.

 

Immerhin bewegt die Stadt Miltenberg Jahr für Jahr um die 30 Millionen Euro. Welcher Unternehmer würde sich trauen, eine Firma in dieser Größenordnung mit einer einfachen Einnahme- Überschussrechnung zu führen? Mal abgesehen davon, dass weder das Finanzamt noch die Bank da mitspielen würde.

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Kommentare: 7
  • #1

    Haushalt (Donnerstag, 07 November 2019 09:16)

    Mal wieder Kameralistik und Doppik vermischt, Äpfel mit Birnen verglichen. Eine Behörde mit einem Handwerksbetrieb verglichen, auweia. Bitte mal über die Vorteile der Doppik informieren. In den neuen Bundesländern gibt es bereits die ersten Gemeinden die wieder zur Kameralistik zurückwechseln, weil die Doppik außer erheblichem Mehraufwand keinen Nutzen bringt. Eine Firma kann ihr Vermögen wie z.B. Maschinen veräußern. Eine Gemeinde kann das nicht (z.B. Straßen, Wasserleitungen und ähnlichem)

  • #2

    Wolfgang Spachmann (Donnerstag, 07 November 2019 09:34)

    Hallo, es gibt sicher viele Argumente für beide Ansichten. Ich finde es aber interessant, dass Baden-Württemberg, das in Bezug auf moderne Verwaltung deutlich vor Bayern liegt, seine Kommunen aktuell zur Umstellung auf Doppik zwingt. Das wurde dort sicher vor der Entscheidung auch ausführlich diskutiert und bewertet.

    Transparenz ist der erste Schritt zu Veränderung. Und Doppik bedeutet erst mal sehr viel mehr Transparenz. Es gibt auch sehr interessante Berichte, was alleine die Umstellung in einigen Kommunen schon zu Tage gefördert hat.

    Wenn Sie möchten können wir uns ja mal zusammensetzen und austauschen.

  • #3

    Haushalt2 (Donnerstag, 07 November 2019 12:50)

    Wenn die Doppik wirklich so sinnvoll ist, warum werden die Gemeinden dazu gezwungen? Was genau sollte den durch die Umstellung ans Licht kommen? Die Kameralistik ist auf ihre Weise auch transparent aber ein anderes System in das man(n) sich erstmal einfinden muss. Auch hier ist durch gleiches System bayernweit eine Vergleichbarkeit möglich.
    Welche Rückschlüsse wollen Sie den aus der Doppik ziehen? Ich bin ebenfalls für eine bessere Veröffentlichung und ein besseres Controlling. Aber die Vergleiche die Sie hier ziehen unter Berücksichtigung Ihrer vermutlichen Unkenntnis im Bereich Kameralistik finde ich schon mehr als grenzwertig

  • #4

    Wolfgang Spachmann (Donnerstag, 07 November 2019 13:12)

    Hallo Haushalt 2, der Zwang in BW ist vielleicht notwendig, weil sonst viele Bewahrer nichts verändern. Das kenne ich aus der Wirtschaft, dürfte in der Verwaltung nicht anders sein. Ich gehe davon aus, dass die Kommunen bei einer solchen Gesetzgebung mit eingebunden waren.

    BW hat beispielsweise auch die Gemeindeordnung ergänzt und zwingt alle Kommunen, Vorlagen zu Ratssitzungen vor den Sitzungen im Internet zu veröffentlichen. Auch da kann man fragen, warum Zwang? Sehen Sie sich hier in der Region um, dann sehen Sie warum. Macht nämlich in unserem Raum keiner außer Niedernberg freiwillig.

    Über die Vorteile der Doppik können wir uns gerne unterhalten, rufen Sie einfach an, wir setzen uns zusammen und tauschen Informationen aus. Wenn Sie möchten kann ich Ihnen auch zusichern, dass aus diesem Gespräch nichts öffentlich wird.

  • #5

    Haushalt3 (Donnerstag, 07 November 2019 13:21)

    Hallo Herr Spachmann,
    sicherlich kann man über die Sinnhaftigkeit des Zwangs diskutieren. Wo ich keinerlei Diskussionsbedarf sehe ist das ursprüngliche Gesprächsthema.
    Sie sgen selbst, das beide Syteme Vorteile habe, davon steht nichts in Ihrem Artikel. Es wird meiner Meinung nach reißerisch ein Thema eröffnet, auf dem Sie sich nicht oder nur ungenügend auskennen. Es werden hier Behauptungen aufgestellt, die Sie nicht belegen oder begründen können. Das ist meiner Meinung nach genauso unterirdisch wie das Handeln mancher Verwaltungen. Bitte begründen Sie Ihre Forderungen aus dem Artikel. Ein Gespräch erachte ich als nicht notwendig, wir können dies hier gerne transparent und öffentlich austragen. Schließlich sind das doch Ihre großen Anliegen oder nicht?

  • #6

    Wolfgang Spachmann (Donnerstag, 07 November 2019 14:22)

    Hallo, da Sie unter einem Kunstnamen operieren, fehlt aus meiner Sicht schon mal ein wichtiger Teil von Transparenz. Ich gehe davon aus, es gibt Gründe dafür, deshalb mein Angebot für einen vertraulichen Austausch. Ich stehe mit meinem Namen für alles ein, was ich sage und schreibe.

    Zu den grundlegenden Vorteilen der Doppik hatte ich früher schon mal auf die Ausführungen im Haushalt des Landratsamtes verwiesen. Was ist beispielsweise verkehrt daran
    - die Summe der vorhandenen Vermögenswerte zu kennen?
    - die Summe der Schulden zu kennen?
    - Pensionslasten versicherungsmath. zu bewerten und auszuweisen?
    - Im Rahmen einer Umstellung wurde in einer Stadt festgestellt, dass Immobilien da sind, für die seit Jahren keine Mieten verlangt und vereinnahmt wurden
    - in einem anderen Fall wurde festgestellt, dass Mieten seit 20 Jahren unverändert waren
    - in einer anderen Stadt hat sich herausgestellt, dass sechstellige Beträge auf einem Verwalterkonto herumlagen, und nie abgerufen wurden
    - Die wesentlichen Vorteile ergeben sich aus einer strukturieten und besser in das Rechnungswesen eingebunden Bewirtschaftung vorhandener Vermögenswerte

    Mögen Einzelfälle und Kleinigkeiten sein, in einer integrierten doppelten Buchhaltung ist sowas kaum denkbar.

    Studieren Sie mal die Jahresabschlüsse von großen vermögensverwaltenden Personengesellschaften. Dort wird eine Bilanz erstellt, und eine G+V. Anschließend erfolgt aus steuerlichen Gründen eine Überleitung in eine Einnahme- Überschussrechnung. Die Aussagekraft dieser Einnahmen- Überschussrechung ist dann gleich Null.

    Ich könnte das jetzt seitenweise fortführen, bringt aber aus meiner Sicht nichts mehr, ich denke, wenn Sie sich nicht mit mir zusammensetzen wollen, können wir es hiermit beenden.

  • #7

    Haushalt4 (Donnerstag, 07 November 2019 14:49)

    Wie ich bereits geschrieben habe, Sie haben keinerlei Ahnung von Kameralistik und Doppik in der öffentliche Verwaltung. Die Summe der Vermögenswerte ist auch in der Kameralistik bekannt, auch hier wird eine Vermögensbuchführung erstellt. Nur wird nicht hier nicht in allen Bereichen abgeschrieben sondern nur in den kostenrechnenden Einrichtungen wie Wasser und Kanal.
    Die Summe der Schulden ist ebenfalls bekannt, ist eine Pflichtangabe im Bereich des Haushalts und entsprechend ausgewiesen.
    Pensionslasten bzw. die Pensionsrückstellungen sind ebenfalls bekannt, werden in den Einzelbereichen des Verwaltungshaushalts gebucht.
    Das Mieten nicht erhöht werden oder nicht veranlagt werden hat weder mit Doppik noch mit Kameralistik zu tun, das fällt wohl unter den Bereich Controlling. Solche Fehler dürften bei beiden System passieren.
    Die meisten von Ihnen angesprochenen Punkte werden im Haushaltsplan abgebildet. Warum dieser nicht veröffentlicht wird ist eine andere Sache.
    Ich sehe keine Notwendigkeit mich mit Ihnen zusammenzusetzen. Was ich zu sagen habe kann gerne auf ihre Website gelesen werden. Ich würde nur darum bitten wirklich nur Punkte zu kritisieren bei denen Sie die Kritik auch begründen können.