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Suche Führungskraft - Aber bitte nicht per Mail bewerben, so modern sind wir noch nicht?

Bild von William Adams auf Pixabay
Bild von William Adams auf Pixabay

Keine Bewerbung per Mail. Kein Ansprechpartner, keine Telefonnummer. Findet man so gute Mitarbeiter? Die Stadt Miltenberg sucht einen

 

Amtsleiter "Öffentliche Sicherheit und Ordnung"

 

Die Stellenausschreibung finden Sie hier. Den Originaltext unten. Darin zu lesen:

 

"Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Bewerbungen per E-Mail nicht akzeptieren."

 

NEIN - Ich habe absolut kein Verständnis dafür, wie rückständig sich unsere Stadt hier in aller Öffentlichkeit präsentiert.

 

Kein Ansprechpartner und keine Telefonnummer. Ist das zu fassen? Würden Sie sich hier bewerben?

 

Was ich in der Stellenausschreibung noch vermisse,  muss der Bewerber mit Gänsefeder und Tinte auf Pergament schreiben können? Oder gibt es schon Füllfederhalter die aus einem Tintenfass nachgefüllt werden?

 

Dass in der Stellenbeschreibung kein Ansprechpartner und auch keine Telefonnummer genannt wird könnte man so interpretieren: Wir wollen gar keine Bewerber? Eher eine Abschreckung als eine Einladung? Vielleicht ist das ja nur eine Placebo-Ausschreibung, bevor man einen internen Bewerber befördert?

 

Hier geht es um eine Führungsfunktion. Diese Form der Stellenausschreibung ist aus meiner Sicht einfach nicht in Ordnung.

 

Was sagt eigentlich unser Stadtrat zu der Art und Weise, wie unsere Stadtverwaltung die Stadt Miltenberg hier in aller Öffentlichkeit präsentiert? Sollte sich jemand im Gremium über sehr wenige Bewerber wundern, könnte er hier eine Ursache finden.

 

Das Thema ist übrigens nicht neu. Am 06.11.2018 habe ich unter Kann man die Rückständigkeit der Miltenberg Stadtverwaltung noch besser dokumentieren schon mal darüber geschrieben.

Der Originaltext der Ausschreibung

Die Stadt Miltenberg sucht zum nächstmöglichen Termin einen
 
Amtsleiter (m/w/d)
„Öffentliche Sicherheit und Ordnung“

(unbefristete Vollzeitstelle)


Ihr wesentlicher Aufgabenbereich

  • Leitung von Standesamt, Bürgerbüro und Ordnungsamt
  • Feuerwehr- und Katastrophenschutzangelegenheiten
  • Organisation von Wahlen
  • Rentenversicherungsrecht
  • Stellvertretung des Geschäftsleiters

Ihr Idealprofil

  • (Vorzugsweise) erfolgreich abgeschlossenes Studium an einer Hochschule für öffentliche Verwaltung (möglichst Fachbereich Allgemeine Innere Verwaltung) als Dipl.-Verwaltungswirt (FH) bzw. Bachelor „Public Management“ (Laufbahnbefähigung für die dritte Qualifikationsebene, vormals gehobener nichttechnischer Verwaltungsdienst) oder
  • erfolgreich abgeschlossener Angestellten-/Beschäftigtenlehrgang II (Verwaltungsfachwirt)
  • Organisations- und Verhandlungsgeschick
  • Bewusstsein für wirtschaftliches und kostenbewusstes Handeln
  • Führungsqualitäten, Verantwortungsbereitschaft, Belastbarkeit, Sozialkompetenz und Teamfähigkeit

Wir bieten

  • einen interessanten, vielseitigen und verantwortungsvollen Vollzeitarbeitsplatz
  • leistungsgerechte Bezahlung nach Beamtenrecht bzw. TVöD entsprechend persönlicher Qualifikation
  • flexible Arbeitszeit
  • Einarbeitung durch den derzeitigen Stelleninhaber

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, die Sie schriftlich bis 30. September 2019 an die Stadt Miltenberg,
Personalabteilung, Engelplatz 69, 63897 Miltenberg richten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir
Bewerbungen per E-Mail nicht akzeptieren. Fügen Sie aussagekräftige Bewerbungsunterlagen bei und
senden Sie uns nur Kopien (ohne Bewerbungsmappen, Plastikhüllen o.Ä.), da wir diese nach Abschluss des
Auswahlverfahrens vernichten.

Ein kleiner Blick dazu über die Landesgrenze

Baden-Württemberg stellt seinen Kommunen ein landesweites Portal zur Verfügung. Darüber kann jede Kommune Online-Bewerbungen abwickeln. Während Bayern tönt, wir werden als erste das digitale Rathaus verwirklichen, macht Baden-Württemberg einfach was.

 

Das Portal kann jede Kommune nutzen, oder auch einen anderen Weg nutzen. Auf jeden Fall ein gute Idee. Könnte Bayern das nicht einfach übernehmen? Dann bräuchte man selbst nichts entwickeln und könnte weiter unbeschwert am Weltraumprogramm arbeiten.

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