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Würde eine Apotheke im Seehecke-Abklatsch von Miltenberg das Billigimage stören?

2016 war die Ansiedlung einer Apotheke noch Teil des (neuen) Konzeptes. Nun will unser Stadtrat im neuesten Plan keine mehr zulassen.

 

Das verwundert um so mehr, weil zwischenzeitlich die Apotheke in der Fußgängerzone geschlossen wurde. Heute ist also weniger zu schützen als damals.

 

Auch angesichts der Entwicklung des Ärztezentrums im Bruch verwundert das schon. Warum will man den Patienten und den Einwohnern dort keine Nahversorgung bieten? Lebensmittel ums Eck ja, für Medikamente kilometerweit fahren?

 

Im Vorbild in Kleinheubach gibt es übrigens eine Apotheke. Sollen die Patienten von Miltenberg künftig nach Kleinheubach in die Seehecke fahren, ihre Medikamente holen, und anschließend zurück nach Miltenberg zum Einkaufen?

 

Wäre eine Apotheke angesichts des geplanten Besatzes für das neue Center zu hochwertig? Will man mit Gewalt das Image unterstes Nieveau festschreiben und jedwede positive Entwicklung für die Zukunft ausschließen?

 

Was man früher verhindern wollte, wird jetzt erlaubt. Was geplant war und vielleicht auch positiv gewesen wäre, wird nun wieder verboten? Verkehrte Welt.

 

Ich denke, der Investor erstellt Unterlagen, die Verwaltung macht ihren Stempel drauf, die Stadträte lesen es, oder auch nicht. Darüber nachdenken tut aber wohl keiner mehr.

 

Eine durchdachte langfristige Weichenstellung sieht aus meiner Sicht anders aus. Oder kann mir einer beantworten, warum etwas, was Mitte 2016 noch ein sinnvoller Bestandteil des Centers sein sollte, plötzlich wieder verboten werden muss?

 

Das Gleiche gilt übrigens für Elektronikartikel, war 2016 noch Teil des Planes, wird jetzt wieder verboten. Das neue Verbot ist sogar umfangreicher als im bestehenden Bebauungsplan. Was hat das noch mit einer langfrisig geplanten Stadtentwicklung zu tun?

 

Man könnte daraus auch schließen, der neue Bebauungsplan enthält nicht einen durchdachten Plan, was für die Stadt Miltenberg sinnvoll wäre, sondern exakt nur das, wofür der Investor gerade heute Mieter findet:

- Investor 2016, Apotheke wäre gut, der Stadtrat nickt

- Investor heute, Apotheke haben wir gerade keinen Mieter, der Stadtrat nickt Verbot ab

- Investor 2016, Elektronik wäre gut, der Stadtrat nickt

- Investor heute, Elektronik haben wir gerade keinen Mieter, der Stadtrat nickt Verbot ab

usw. ... ... ...

 

Der Witz dabei aus meiner Sicht, wenn Apotheke und Elektronik Sinn machen (in 2016 Sinn gemacht haben), warum müssen wir das jetzt verbieten, nur weil sich gerade heute dafür kein Mieter findet?

 

Warum kann man das nicht offen lassen, um zumindest die Chance zu haben, das Center in der Zukunft qualtitativ hochzuziehen?

 

Weil es gar keinen Plan gibt? Bebauungsplan für Jahrzehnte auf Basis einer tagesaktuellen Mieternachfrage?

 

Sollte beispielsweise die Pleitefirma AWG doch einen Rückzieher machen, und sich dann ein Elektronikfachmarkt finden, dürfen wir diesen nicht nehmen. Unser vorausschauender Bebauungsplan verbietet das. Einfach genial und unglaublich zukunftsfähig!

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