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Wie gehen in Miltenberg Stadträte und Bürgermeister miteinander um?

In der letzten Ratssitzung gab es zwei Vorgänge, die mir sehr zu denken geben.

 

So erstickt man offene Diskussionen und Vorschläge im Keim

 

Ulrich Frey hat im Zusammenhang mit der Kündigung einer Mitgliedschaft der Stadt einen Vorschlag gemacht. Da es um Wasserstraßen ging, könnten doch die Stadtwerke prüfen, ob für sie eine Mitgliedschaft sinnvoll wäre.

 

Ich fand den Vorschlag nicht schlecht. Die Reaktionen der Kollegen und auch des anwesenden Geschäftsführers der EMB waren aus meiner Sicht aber indiskutabel. Selbst wenn der Vorschlag aus deren Sicht Unsinn war, waren die Kommentare nicht in Ordnung. Er wurde (vorsichtig ausgedrückt) belächelt.

 

In einer Firma kann man davon ausgehen, dieser Mitarbeiter traut sich nie wieder, einen Vorschlag zu machen. Es ist Aufgabe von Vorgesetzen, sowas zu verhindern. Helmut Demel ist nicht eingeschritten.

 

Darf man einen Stadtrat belächeln, der seine Rechte nach dem Gesetz einfordert?

 

Rainer Rybakiewicz hat verlangt, dass sein Abstimmungsverhalten im Protokoll festgehalten wird. Dieses Recht hat jeder Stadtrat nach der Gemeindeordnung. Kollegen haben sich vor 60 Bürgern darüber lustig gemacht, und aus meiner Sicht mit unangemessenen Bemerkungen reagiert. Ähnliches habe ich auch im letzten Jahr schon mal erleben müssen.

 

Auch hier hätte Helmut Demel aus meiner Sicht einschreiten müssen. Das Gegenteil ist passiert. Äußerungen und Mimik deuten für mich eher darauf hin, dass er dies mehr als toleriert.

 

Wie kann ein Gremium offen und erfolgreich zusammenarbeiten, wenn man so miteinander umgeht?

 

Aus meiner Sicht gar nicht. Respekt vor anderen Meinungen. Offenheit für alle Vorschläge. Respekt vor dem Kollegen. Alles das fehlt hier. Zumindest war das mein Eindruck in dieser Sitzung.

 

Wenn man vor 60 Zuschauern so miteinander umgeht, scheint sich keiner mehr was dabei zu denken. Unter einer guten Führung passieren solche Dinge nach meiner Erfahrung jedenfalls nicht!

 

Mein Rat an alle Miltenberger: Besuchen Sie die Sitzungen. Schauen Sie sich an, wie gearbeitet wird. Die Vorgänge sagen viel mehr über die handelnden Personen aus, als über die Betroffenen. Ein Bericht in der Zeitung kann den persönlichen Eindruck nicht ersetzen.

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