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Wie steht es um die Finanzen der Stadt Miltenberg?

Braucht die Stadt das Geld aus den Grundstücken am alten Bahnhof? Soll das Projekt deshalb mit aller Gewalt durchgezogen werden? Die vom Kreis veröffentlichen Zahlen der Stadt Miltenberg werfen viele Fragen auf, Tabelle siehe unten:

  • Wo steht die Stadt finanziell?
  • Wo geht es hin?

Im Jahr 2018 werden lt. Plan 3,3 Mio EUR Rücklagen verbraucht. Daneben erhöhen sich die Schulden um 2,9 Mio. Damit verschlechtert sich die Vermögenssituation in einem einzigen Jahr um 6,2 Mio EUR.

 

Sieht man sich die Finanzkraft an, erwirtschaftet Miltenberg im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2021 eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 1,3 Mio. Dabei ist die wundersame Geldvermehrung für die Jahre 2020 und 2021 mit eingerechnet. Hoffentlich geht da nichts schief.

 

Miltenberg stehen also jährlich 1,3 Mio für Investitionen zur Verfügung, wenn in einem Jahr 6,2 Mio verbraten werden, ist das die Finanzkraft von etwa fünf Jahren.

 

Danach bleiben die Rücklagen grob unverändert, die Schulden werden aber weiter kräftig gesteigert.

  • Im Jahr 2019 um 2,1 Mio EUR = Finanzkraft von 1,6 Jahren
  • im Jahr 2020 um 5,0 Mio EUR = Finanzkraft von 3,8 Jahren
  • im Jahr 2021 um 4,1 Mio EUR = Finanzkraft von 3,2 Jahren

Die Planzahlen für 2018 bis 2021 stammen übrigens aus den Finanzplänen der Stadt Miltenberg. Müssen aber veraltet sein. Bei der Verabschiedung des mittelfristigen Finanzplanes wurden über 20 Mio Schulden genannt. In der Übersicht stehen "nur" 15 Mio Schulden.

 

Bei 20 Mio EUR Schulden verblassen selbst die schönen Rücklagen in Höhe von 10 Mio EUR. Diese wurden über viele viele Jahre aufgebaut, und werden nun in kurzer Zeit vernichtet.

 

Vom Schuldenberg in Höhe von 20 Mio EUR bzw. von der Nettoverschuldung nach Abzug der Rücklagen in Höhe von 10,0 Mio EUR stammen übrigens über 5,0 Mio EUR = 25% der Schulden bzw. 50% der Nettoverschuldung aus dem teuren Projekt am Mainzer Tor. Dort wurde in ein Objekt das Volumen verbaut, mit dem unsere Stadt normalerweise vier Jahre zurechtkommen muss.

 

Zieht man die Rücklagen in vollem Umfang ab, bleibt eine geplante Nettoverschuldung von über 10,0 Mio EUR. Über welchen Zeitraum ist dies zu tilgen?

 

Rechnet man 10 Jahre, werden jährlich 1,0 Mio fällig. Die Finanzkraft der Stadt geht dann für die Zukunft gegen Null. Von 1,3 Mio die jährlich zur Verfügung stehen, müssen 1,0 Mio in die Tilgung. Wir können also noch 0,3 Mio investieren.

 

Rechnet man 20 Jahre, werden jährlich 0,5 Mio fällig. Von 1,3 Mio bleiben dann gerade mal noch 0,8 Mio.

 

In beiden Fällen darf sich die Konjunktur aber nicht eintrüben.

 

Diese Zahlen haben eine interessante Diskussion mit Bekannten ausgelöst. Braucht die Stadt Miltenberg möglicherweise die Einnahmen aus den Grundstücken am alten Bahnhof dringend, um den Haushalt zu sanieren?

 

Wird deshalb mit aller Macht und Geschwindigkeit ein Konzept forciert, dessen Zukunftsfähigkeit fraglich ist?

 

Ist die Finanzsituation mit ein Auslöser dafür, den Gewerbeteil beschleunigt vorzuziehen?

 

Muß undbedingt und dringend Geld in die Kasse?

 

Ich hoffe, dem ist nicht so. Denn dann müsste man sagen, der Unsinn am Mainzer Tor ist mit die Ursache für die Fehlentwicklung am alten Bahnhof.

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