· 

Verzweifelte Suche nach Nutzung für einen 9,5 Millionen Prachtbau in Miltenberg?

Wer heute früh Zeitung gelesen hat, dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben.

 

9,5 Millionen verbaut, aber irgendwie verschlafen, sich um die Nutzung zu kümmern? Für das schöne neue Jugendzentrum gibt es

  • kein Konzept
  • keinen Personalplan
  • keinen Betreiber

Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, erst ein Konzept zu haben, und dann zu bauen. Irgendwie erscheint mir diese Reihenfolge logischer.

 

Sind für das Lager eigentlich Regale eingeplant? Gibt es Türen? Da war doch mal was mit Schildbürgern!

 

Dem Bericht und vor allem dem Kommentar im Bote ist absolut nichts mehr hinzuzufügen. Hier klicken. Ich war sprachlos, und habe an einen Scherz gedacht.

 

Aber die Sache ist ernst. Wer auch immer Helmut Demel nachfolgt, kann einem heute schon leid tun. Wenn nichts passiert, erbt Dieser oder Diese

  • gewaltige Schulden
  • Die Verschandelung des Geländes am alten Bahnhof mit Billigläden
  • Ungelöste Probleme wie in diesem Fall

und wahrscheinlich noch eine ganze Menge anderer Baustellen, von denen wir zum Glück nichts wissen.

 

Vielleicht sollten wir alle Cornelius Faust bei der Wahl unterstützen, denn als langjähriger Stadtrat und Chef der liberalen Miltenberger, hat er dies alles mit zu verantworten. Soll er es doch auch aufräumen!

 

Stellt sich natürlich die Frage, wenn er das alles mit getragen hat, ist er dann der Richtige, um es in Ordnung zu bringen?

 

Hoffentlich gab es keine zweckgebundenen Zuschüsse für das Jugendzentrum. Da könnte eine Rückzahlung drohen. Der Bote hat ein Dossier zum Thema zusammengestellt. Hochinteressant, hier klicken. Dort ein Kommentar von Sabine Balleier vom 03.06.2016 mit dem prophetischen Satz: "Sollte sich erst nach dem Baubeginn herausstellen, dass dies am Personal scheitert, wäre das ein wahrer Schildbürgerstreich." Genau da sind wir jetzt.

 

Wenn Demel kurz vor Fertigstellung sagt, es gibt schon Ideen, kann man nur noch staunen. Was würde wohl in der Privatwirtschaft mit dem verantwortlichen Geschäftsführer passieren?

 

Im Licht der neuen Informationen macht aber die Beleuchtung der Burg plötzlich Sinn. Wenn man ein paar Strahler zusätzlich aufs Rathaus richtet, könnte unser Stadtrat vielleicht mal etwas genauer hinsehen. Aktuell funktioniert die Kontrollfunktion irgendwie nicht. Vielleicht hilft ja etwas mehr Licht.

 

Übrigens ist auch das Thema Burgbeleuchtung interessant. Im Gespräch mit der Zeitung kann der Stadtbaumeister keine Zahl mehr nennen. Und überhaupt, es wären ja eh Reparaturen fällig. Dann wird das Ganze noch über mehrere Jahre gestreckt. Na ja, man kann alles schön reden.

 

Die Zeitschiene könnte zum Problem werden. Mit steigenden Schulden, wird die Handlungsfähigkeit für solche Dinge wohl nicht mehr da sein. Wie es im schlimmsten Fall für Miltenberg laufen könnte, ist in Amorbach Realität.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Ruth (Montag, 22 April 2019 15:42)

    Bei all diesem Berichten und Geschichten auf diesem Blog wundert es mich, dass noch keine Presse sich öffentlich über die Kompetenz des Bürgermeisters von Miltenberg geäußert hat bzw. diese in Frage gestellt hat?
    Es kann doch nicht sein, dass für einen geplanten Bau 9,5 Mio. EURO fließen, hierfür jedoch weder Nutzungsoptionen bzw. Konzepte vorliegen. Kann in dem kleinen Städtchen Miltenberg denn ein jeder im Stadtrat und als Bürgermeister treiben was er möchte (ohne Konsequenz)? Ein schrecklicher Gedanke!

  • #2

    Wolfgang Spachmann (Dienstag, 23 April 2019 07:59)

    Hallo Ruth, im Bote gab es schon sehr kritische Kommentare. Zwei lesenswerte Beispiele, die viel über unseren Bürgermeister aussagen, einfach mal nachlesen:
    - Bote vom 30.11.2018 Herr im Rathaus - Helmut Demel bockt
    - Bote vom 16.11.2018 Man kann ja auch fragen

    Zum Thema Konsequenzen, Bürgermeister in Bayern haben eine sehr starke Stellung, Generell sollen Kommunen eingenständig entscheiden und wirtschaften können. Die einzige Kontrollinstanz ist der Stadtrat. Die Kommunalaufsicht kann (darf) nur einschreiten, wenn Gesetze nicht beachtet werden. So wurde es mir zumindest erklärt.

    Also kann ein Bürgermeister mit Zustimmung des Stadtrates eine Stadt bzw. deren Finanzen komplett an die Wand fahren. Erst wenn kein Geld mehr da ist, schreitet die Aufsicht im Rahmen der Haushaltsführung und Planung ein. Wie das dann geht, kann man in Amorbach besichtigen.

    Ich konnte zu Beginn meines Blogs auch nicht glauben, dass dies alles ohne Konsequnzen bleiben kann, aber der Bürger alleine ist nahezu machtlos. Mein Ansatz ist deshalb, solche Dinge künftig mit mehr Transparenz zu verhindern oder zumindest zu begleiten.

    Vielleicht wird dadurch nicht alles besser, aber für die handelnden Personen wird es deutlich unbequemer.