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Stadtrat von Miltenberg ohne Plan und Ziel? Hauptsache es wird was gebaut?

Interessant sieht anders aus
Interessant sieht anders aus

Gestern wurde über den Bebauungsplan Mainzer Straße beraten. Neben Wohnungen und einem Hotel geht es dabei um die Ansiedlung von Märkten.

 

Das vorliegende Konzept - Billigläden in einfallslosen Kisten - war vor 20 Jahren mal innovativ, heute ist es veraltet und wird in vielen Kommunen nicht mehr so zugelassen.

 

Die Konzept- und Ratlosigkeit zeigt sich in einer unfassbaren Aussage von Cornelius Faust, der im nächsten Jahr Bürgermeister werden will. Sinngemäß seine Aussage:

 

"Wenn wir das so nicht bauen, dann haben wir gar nichts"

 

Plan- und Ideenlosigkeit als Argument etwas zu bauen bzw. zuzulassen, bei dem viele Stadträte Bauchschmerzen haben? Ich bin fassungslos. Wenn keinem das Gewerbe gefällt, warum dann nicht eine reine Wohnbebauung? Das Gelände direkt am Fluss ist doch sensationell dafür geeignet.

 

Ein sehr konstruktiver Vorschlag kam von Rainer Rybakiewicz. Die Idee, mit einem Kaufland etwas zu schaffen, was Miltenberg eine Ausnahmestellung in der Region bringt, wäre überlegenswert. Kaufland könnte man wie in Wertheim dazu verpflichten, einen kleineren Markt in der Stadt zu betreiben. Wertheim hat das hingebracht.

 

Das Hauptproblem der Räte, Flächenverbrauch für Parkplätze wäre damit auch gelöst. Kaufland hat in Wertheim die Parkpläze unter dem Objekt untergebracht. Derweil lassen sich die anderen Räte widerspruchslos erzählen, eine Tiefgarage wäre der Tod des Projektes. In Wertheim war wohl noch keiner von ihnen.

 

Von Dingen die über 08/15 hinausgehen, will unser konzeptloser Rat aber nichts wissen, auf die Idee ist zumindest keiner eingegangen.

 

Erschreckend für mich unsere CSU. War da überhaupt einer da? Das wichtigste Projekt der Stadtentwicklung Miltenberg, und die stärkste Fraktion hat keine Ideen, keine Anregungen, und nur eine Frage zu Bäumen. Wollen die nicht? Können die nicht? Die komplette Fraktion hätte auch bei den Zuschauern Platz nehmen können, das hätte an der Sitzung nichts geändert.

 

Für mich ist eines deutlich geworden. Die von den Grünen gestartete Petition für mehr Transparenz und Öffentlichkeit bei diesem Projekt ist unbedingt notwendig. Was hier aktuell unter Gewerbe im Raum steht, muss gestoppt werden. Hier gehts zur Petition, wenn Sie mit unterschreiben wollen.

 

Wo war eigentlich Sabine Balleier? Als Bürgermeisterkanditatin sollte sie sich doch für ein derart wichtiges Projekt in der Stadt Miltenberg interessieren.

 

Sabine Stellrecht-Schmidt, die Bürgermeisterkanditatin der Grünen war übrigens da. Der Verlauf der Sitzung dürfte Ansporn sein, die gestartete Petition noch energischer voranzutreiben. Ich fürchte aber, diesen Stadtrat kann man nur über ein Bürgerbegehren / Bürgerentscheid stoppen.

 

Übrigens steht das nächste Projekt schon an. Der Sitzungssaal im Rathaus war zu klein. Die vielen Besucher mussten teilweise stehen. Offensichtlich war unsere Verwaltung von dem großen Ansturm überrascht. Es wäre sinnvoll, ein paar Stühle mehr vozuhalten. Danke an die vielen Bürger, die mit ihrer Präsenz hoffentlich mitgeholfen haben, unsere Räte zum Nachdenken zu bringen.

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Dieter Heilemann (Donnerstag, 31 Januar 2019 10:41)

    Miltenberg braucht eine Änderung des Bebauungsplanes. Der Architekt aus München hat mir nach der Sitzung bestätigt dass das möglich ist. Der Stadtrat muss es nur beschließen!

  • #2

    Wolfgang Spachmann (Donnerstag, 31 Januar 2019 10:45)

    Miltenberg braucht ....? Die Verantwortlichen sehen da ja keine Notwendigkeit. Ergo, Miltenberg braucht einen neuen Bürgermeister / Bürgermeisterin und einen komplett neuen Stadtrat. Am besten alles stoppen bis zur nächsten Wahl.

  • #3

    Joachim Sauer (Donnerstag, 31 Januar 2019 19:00)

    Mit diesen Aussagen stellen Sie sich in die Ecke der Querulanten und Miesmacher. Ein eigenartiges Verständnis vom Demokratie, den Rücktritt eines mehrheitlich gewählten Gremiums anderthalb Jahre vor Ende der Periode zu fordern. Übernehmen Sie selbst Verantwortung und bewerben sich um ein Mandat!
    Der Rat weiß was er tut und ist Ihnen keine Rechenschaft schuldig.

  • #4

    Wolfgang Spachmann (Freitag, 01 Februar 2019 07:42)

    Hallo Herr Sauer, waren Sie am Mittwoch dabei? Man konnte die Unzufriedenheit der Räte geradezu spüren, aber keiner hatte den Mut zu sagen, das ist eigentlich nicht das wir wollen oder drastischer, das ist bestenfalls eine Notlösung, weil uns sonst nichts einfällt. Konsequenz wäre doch dann, alles stoppen!

    Überall wo ich bisher Verantwortung hatte, habe ich vorgegeben wo es hingehen soll, Berater haben die Aufgabe den Weg dahin aufzuzeigen. Hier läuft es umgekehrt. Die Räte lassen sich von Beratern, die (berechtigterweise) eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen, vormachen, was geht, und was nicht.

    Verkehrte Welt. Das ist nur möglich, weil die Räte keine eigenen Ideen entwickeln.

    Haben Sie sich mal mit dem sachlichen Inhalt meines Beitrags beschäftigt? Die Aussage von Cornelius Faust sagt eigentlich alles aus. Ein Armutszeugnis für den gesamten Stadtrat.

    Muss ich selbst Stadtrat werden, um einen guten Stadtrat zu haben? Dann müßte ich ja auch das Amt des Bürgermeisters anstreben. Die Aufforderung, doch selbst aktiv zu werden, wird immer wieder an mich herangetragen, passt aber nicht zu meinen Zielen.

    Das Portal Stadtwatch.de soll künftig die regionale Kommunalpolitik im gesamten Raum Miltenberg kritisch begleiten. In dem Moment, wo ich selbst ein Mandat anstrebe, wäre ich parteiisch, und unglaubwürdig.

    Im Portal und als Einzelperson maße ich mir weiterhin an, alles zu kritisieren, was aus meiner Sicht nicht gut läuft. Kritiker als Querulanten einzustufen führt zu nichts. Unterschiedliche Meinungen und Ansichten gehören zur Demokratie dazu.

    In diesem Sinne würde ich mich auf einen Austausch mit Ihnen über den Inhalt meiner Kritik sehr freuen.

  • #5

    David F. Antunes (Samstag, 02 Februar 2019 16:58)

    Hallo,

    zunächst einmal vielen Dank an Herrn Spachmann für seinen Dienst an der Öffentlichkeit. Für uns als Miltenberg-Rückkehrer ist ihre Seite ein kleiner Segen, das offizielle Internetangebot der Stadt kann man im Jahre 2019 schon kaum mehr ernst nehmen...

    Die Plan- und Ziellosigkeit in Sachen Mainzer Strasse ist tatsächlich schwer in Worte zu fassen. Speziell in Anbetracht der tatsächlichen Engpässe der Stadt (Wohnraum für junge Familien/ Grünanlagen/Spielplätze/etc.)...daher bitte unten stehende Petition zeichnen:

    https://www.openpetition.de/petition/online/petition-zur-neubebauung-des-alten-bahnhofsgelaendes-in-miltenberg-am-main/unterschreiben/adresse

    Vielen Dank.