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Stadt Miltenberg möchte Presseberichterstattung ändern

Im Juli 2017 habe ich die Protokolle der öffentlichen Stadtratssitzungen von Miltenberg angesehen. Das ist ein gesetzlich festgeschriebenes Bürgerrecht. Während selbst kleinere Gemeinden deshalb die Protokolle einfach ins Internet stellen, müssen Sie sich in Miltenberg dafür aufs Rathaus begeben. Dann wird Ihnen auf Nachfrage auch noch erklärt:

- Kopieren einer Seite nicht möglich/erlaubt

- Abfotografieren mit Handy nicht erlaubt

Unglaublich! Was andere Gemeinden ins Internet stellen, dürfen Sie in Miltenberg nicht mal kopieren! Inzwischen habe ich geklärt - diese Aussage ist pauschal so nicht richtig!

 

Aber nun zum Thema.  In die Stadtratssitzung vom 11.07.2016 wurde der Chefredakteur vom MainEcho, Herr Schwarzkopf, eingeladen. Das Protokoll ergibt sinngemäß, dass die Stadtverwaltung oder die Stadträte der Zeitung erklären wollten, dass die Berichterstattung zu negativ ist und hier Änderungen gewünscht werden.

 

Daraufhin hat der Chefredakteur dem Stadtrat die Leviten gelesen. Ein paar Stichworte, die ich mir notiert habe

  • Aufgabe der Presse ist es
    • Dinge zu erkennen und anzusprechen, die nicht funktionieren und besser sein könnten
    • es gehört zu unserem Job, den Finger in die Wunde zu legen
    • wichtige Aufgabe der Presse ist Kontrollfunktion

Aus dem Tenor des Protokolls kann man erkennen, dass absolut keiner der Verantwortlichen, vom Stadtrat über den Bürgermeister Helmut Demel bis zur Verwaltung auch nur einmal auf die Idee gekommen ist, das eigene Verhalten zu hinterfragen und zu verändern. Was ja dann möglicherweise auch die Berichterstattung positiv verändern könnte.

 

Ich kann das leider nur grob aus dem Gedächtnis widergeben - siehe oben. Deshalb meine Empfehlung, nutzen Sie Ihr Bürgerrecht, und lassen Sie sich das Protokoll zeigen - es ist nur eine Seite, aber absolut lesenswert. Und im Gegensatz zum Kabarett brauche Sie hier keinen Eintritt zu bezahlen.

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